Rezensionen & Pressestimmen

Der Markt, die Stadt, das Leben
„Wie sie sich täglich auf dem Viktualienmarkt tummelte, wo die Anni ein Blumenstandl hatte, als dort eben noch, wie sie schreibt, ein echter Bauernmarkt war. Zwei Jahre umfasst das Buch, bis 1958. Harte und tragische Erlebnisse, aber auch heitere und komische Geschichten. Ein grandioses Stück Münchner Nachkriegsgeschichte. Selbst wenn man die Zeit nicht selber erlebt hat: Man fängt bei Vidacovichs Lektüre an, das Leben damals zu spüren. Das Buch schafft Bilder, weckt Empfindungen …“ (TZ, November 2014)

Rau, aber herzlich
„Die etwas derbe Sprache der Marktfrauen müsse man schon entschuldigen, erklärt Vidacovich eingangs. Sie setzt dem schnörkellosen Bairischder Marktfrauen imText feinsinnige Beobachtungen entgegen. Dass sich die Tanten, wenn es die Situation verlangte, gerne zu einem gepflegten „Geh, leck mi doch am Osch“ hinreißen ließen, lässt Vidacovich natürlich nicht unerwähnt. Geradezu köstlich ist die Passage, in der Vidacovich beschreibt, wie die Obsthändlerin Fanni nicht mehr ganz frische Pfirsiche unter den prallen versteckt hat. Wollte dann aber eine bessere Dame das Obst mit den Händen befühlen, war sie lautVidacovich geradezu „gnadenlos“, die Fanni …“ (SZ, November 2014)

Die Waise vom Viktualienmarkt
„Es ist ein Werk, das an die Nieren geht. Ein Buch, das zeigt, dass man trotz schwerer Kindheit im Leben bestehen kann. Nüchtern schildert Vidacovich darin die Zustände im Nachkriegs-München. Von den Marktleuten und Malochern, die in den schäbigen Straßen rund um den Gärtnerplatz lebten. Von den Setzern des Süddeutschen Verlag, die frühmorgens in den Kneipen rund um den Viktualienmarkt das erste Bier kippten. Von Zuhältern und Huren, die sich in der „Kronfleischküche“ aufwärmten …“ (Münchner Merkur, November 2013)

Tante Fanni, die Marktfrau
„Paul machte dann mitten in der Nacht besoffen vor der verschlossenen Tür Rabatz, was Tante Anna keine Angst einjagte: „Dass der mit seinem Lungen-Asthma überhaupt so plärren kann“, sagte sie dazu nur. Vidacovich schildert Szenen wie diese in ihrem Buch durchaus mit Humor. Auch jetzt, wo sie am Schreibtisch sitzt, muss sie schmunzeln …“ (Münchner Merkur, November 2014)